„Die wirklich letzte Saison“

„Die wirklich letzte Saison“
7. Oktober 2020

Die erste Saison nach vier Jahren Abstinenz im Oberhaus des deutschen Floorballs. Am vergangenen Wochenende wurden die ersten drei Punkte der Spielzeit in der heimischen Halle am Rabet erkämpft und die Euphorie für die nun kommenden Aufgaben wurde gelegt.

Doch irgendwas ist komisch, man könnte fast meinen es fehlt etwas in unserer Mannschaft. Schaut man auf die Spielprotokolle der vergangenen Wochenenden, fällt einem auf, dass die Trikotnummer 76 und die Abkürzung T (für Torhüter) nicht darauf zu finden ist. Das Line-Up des SC DHFK Leipzig ohne die Nummer 76, ohne unseren Robert „Börni“ Börner? Eine Vorstellung die in den Augen vieler für eine Nominierung beim Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie Kurzgeschichte ausreichen würde. Doch es ist bittere Wahrheit. Börni steht ab dieser Saison nicht mehr dreimal in der Woche mit der Rolltasche, sowie mit seiner unnachahmlichen Art vor der Sporthalle und wartet darauf, den Feldspielern das Leben schwer zu machen. Er hat wortwörtlich den Helm an den Nagel gehangen.

In vielen anderen Texten, welche sich um die Verabschiedung eines Spielers drehen, wären wir jetzt an dem Punkt, wo überschwängliche Danksagungen und Glückwünsche für die Zukunft an der Reihe sind. Doch jeder der Börni kennt und demnach auch weiß was er für den Floorball in Deutschland bedeutet, wird mir zustimmen, dass wir noch lange nicht am Ende sein können. Da es aber sicherlich auch einige fragende Gesichter geben wird, möchte ich hier etwas auf die Sprünge helfen.
Den ersten Kontakt zu unserem schönen Sport hatte Börni vor 25 Jahren im Friedrich-Ratzel Gymnasium der Stadt Leipzig. Zunächst mit dem Schläger in der Hand, wechselte er im zarten Alter von 12 Jahren 1996 ins Tor und verblieb seitdem zwischen den Pfosten. Nach einigen Jahren in der Jugend sowie in der zweiten Herrenmannschaft des SSC Leipzig und einer entstehenden Perspektivlosigkeit, war Robert 2003 eines der Gründungsmitglieder des Canoniers Floorball Club, vielen besser bekannt als CFC, im Verein RBS Leipzig. Durch die mit den Jahren stetig wachsenden Ansprüche, stand 2008 der Wechsel zu unserem heutigen Hauptverein, dem SC DHFK Leipzig e.V., an.

Auch hier war Börni eine treibende Kraft. Im gleichen Jahr wurde die Mannschaft Deutscher Vizemeister und konnte dabei auf ihren „Fels in der Brandung“, oftmals auch „The Wall“ genannt, zwischen den drei roten Streben bauen.
Insgesamt kommt Börni in seiner aktiven Laufbahn auf knapp 9000 Spielminuten in 150 Spielen. Dabei hatte er nur eine 10 Minuten Strafe, welche er sich 2015 in Hamburg am ersten Spieltag der Bundesligasaison, nach dem Wiederaufstieg, abholte.
Neben seiner spielerischen Laufbahn ist Robert vielen auch als der Mann mit der Pfeife und der roten Karte bekannt. Seit dem Jahr 2000 leitet Börni Spiele in ganz Deutschland und war seitdem fast jedes Wochenende im Namen des Sports unterwegs.
Dem nicht genug, war er auch von 2010 bis 2017 Leiter der RSK (Regel und Schiedsrichterkommission) und sorgte in diesen Jahren für einen geregelten Ablauf des Spielbetriebes von Floorball Deutschland.

Auch für unsere Abteilung ist Börni von besonderer Bedeutung. Stellt man sich ein Puzzle vor, in welchem man ein Teil aus der Mitte verlieren würde, so wäre da für immer ein Loch und das Puzzle würde keinen Sinn mehr ergeben. Dieses Puzzleteil ist Robert für unsere Abteilung. Ob die Lizensierung der Spieler, die Koordination der Schiedsrichter, das Betreuen der Homepage und der App, den Aufbau sowie die Pflege des Streaming Angebotes, das Designen von Bannern und Trikots, die Ankündigungen und Spieltagsberichte, die Vorbereitung unserer Mitgliederversammlungen oder Abteilungsfeste. Dieser kleine Einblick von seinen Tätigkeiten zeigt, überall hat er seine Finger mit im Spiel und ohne ihn würde es das alles nicht geben. Ohne Robert wären wir heute nicht da, wo wir aktuell sind.

„Als ich Robert durch die RSK kennenlernte, konnte keiner ahnen, wie weit dieser Weg gehen sollte. Damals war er immer stets hilfsbereit und hatte immer ein offenes Ohr für jedermann. Als Schiedsrichter kann ich Robert nur danken was er für das Schiedsrichterwesen innerhalb des Verbandes bewirkt hat. Als es mich dann nach Leipzig zog, war für mich klar zu welchem Verein ich gehe. Und das lag zum größten Teil an Börni. Durch ihn habe nicht nur ich, sondern alle Mitglieder unserer Abteilung eine sportliche Heimat gefunden. Er ist das letzte aktive Gründungsmitglied und damit verkörpert er das Herz und die Seele unserer Abteilung. Heute ist Robert nicht nur Vereinskollege, sondern ein sehr enger Freund geworden. Worte wie Loyalität, Engagement und Zuverlässigkeit lebt Robert in jeder Lage, manchmal auch etwas zu viel. Dafür möchte ich dir aufrichtig Danke sagen. DANKE ROBERT.“
(Toni Schnelle – Abteilungsleiter und ehemaliger Spieler)

Ich muss sagen das Börni in den zweieinhalb Jahren in denen ich nun schon hier bin, eine Person war und ist wo man immer hingehen kann, wenn man Probleme auf sowie außerhalb des Spielfeldes hat. Er hat immer ein offenes Ohr und ist immer daran interessiert einem zu helfen. Oft kommen bei Börni die anderen vor ihm selbst. Ich bin fest davon überzeugt das er ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft war und auch noch ist. Für die Abteilung hat er einen enormen Anteil am gegenwärtigen Stand, da er in den letzten Jahren/Jahrzehnten federführend in der Arbeit innerhalb der Abteilung war. Deswegen bin ich froh, dass es dich gibt und das du auf anderer Ebene uns noch weiterhin erhalten bleibst. Ich bin ihm sehr dankbar das er mir das Gefühl gibt meine Arbeit richtig zu machen und ich daraus sehr viel Kraft entnehme. Ich kann nur sagen, das beruht auf Gegenseitigkeit lieber Börni!“
(Lucas Frommhold – Trainer und Spieler Bundesligamannschaft)

„Floorball bei uns ohne „Börni“ zu denken ist seit Gründung der Abteilung nicht möglich. Ob Schiedsrichter, RSK-IKONE, Homepage, Relaunch der Homepage und Rerelaunch, Streaming, Trikotgestaltung, Flyer hier Plakat dort, Banner unten-oben-links-recht, Vektor, Bitmap, PNG oder JPEG – das und vieles mehr sind Dinge von denen keiner Ahnung hat und er seine Nächte damit um die Ohren schlägt oder geschlagen hat. Unter unseren Torhütern war er der Fels, egal ob im Wechsel, in erster oder zweiter Reihe. Die Ergebnisse von Börnis Arbeit sind an jeder Ecke der Abteilung zu sehen. Wer und was dahinter steckt eher seltener – leider trifft dies auf vieles zu, was ehrenamtlich geschieht. Geschichten aus der langen Zeit, die Börni den Kahn mit am Laufen hält, die gibt es zahlreich – und ich bin sehr glücklich, dass ich nicht wenige davon kenne. Ich kenne sonst niemanden in meinem Leben, bei dem ich weiß, dass alles in bester Ordnung ist, wenn ich zur Begrüßung nach dem Befinden frage und eine wunderbar grummelige Antwort erhalte. Danke lieber Robert für alles, was du getan hast, tust und vielleicht noch tun wirst. Und ganz offiziell tut es mir auch nach 21 Jahren noch leid, dass die Geschichte mit dem Kader damals nicht geklappt hat – das darfst Du mir mindestens nochmal 21 Jahre vorhalten. Danke mein Freund.
(Jonny Lehmann – Gründungsmitglied und ehemaliger Abteilungsleiter sowie Spieler)

„Auf eine Frage wer für mich die Floorballer mit Leib und Seele verkörpert, dem kann ich, ohne nachzudenken antworten, Börni! Robert Börner ist seit dem ersten Tag der Gründung dieser Abteilung ohne einen einzigen Tag Pause Ein Grün Weißer mit Leib und Seele, Börni ist immer zur Stelle, sich nie für eine Aufgabe zu schade und immer mit Blick nach vorn gerichtet um den Sport, den er so sehr liebt und seine Abteilung nach vorn zu bringen!“
(Heiko Jassmann – ehemaliger Abteilungsleiter)

„Börni! Ein Grummler vor dem Herrn! Dachte ich als ich ihn damals 2003 kennen lernte. Immer was zu meckern! Komischerweise konnte ich immer sehr gut nachvollziehen was er so zu beanstanden hat und wurde so zum heimlichen Nutznießer seiner Grummeleien – brauchte ich es schließlich nicht selbst zu erledigen! Habe ich grad 2003 gesagt? 17 Jahre kennen wir uns dann ja doch schon. Jetzt mal im Ernst: Robert ist einer der zuverlässigsten, hilfsbereitesten, integersten, humorvollsten und tatsächlich auch nettesten Menschen die ich je kennengelernt habe! …und ich kenne Einige! In diesem Sinne möchte ich singen: Börni wir wissen wo dein Auto steht! …ist vollgetankt! …ist vollgetankt!
(Stefan Exner – Gründungsmitglied und ehemaliger Abteilungsvorstand sowie Spieler)

„Es ist schwer zu beschreiben was Robert für mich ist. Für mich gibt es keinen Vergleich. Ohne Börni hätte ich nie den Anspruch gehabt mich im Sport so ins Zeug zu legen, und ich denke er weiß es nicht einmal. Hinter Robert Börner als Nummer 2 lernt man sehr vieles. Vor allem wie viele „letzte Saisons“ ein Spieler haben kann. Umso stolzer macht es mich, dass ich nach all der harten Arbeit sein Erbe antreten konnte. Und egal was ist, ich werde immer zu Ihm aufschauen, denn er wird niemals aufhören mein Mentor zu sein. Börni, ich danke Dir von tiefstem Herzen das ich unter Dir sportlich sowie auch menschlich in den letzten 13 Jahren wachsen und reifen durfte!“
(Daniel Gaumnitz – Spieler Bundesligamannschaft)

Schlussendlich muss man sagen, das Börni auf eine sehr erfolgreiche und gute Zeit als Spieler sowie Funktionär zurückschauen kann und es ist zu hoffen, dass er noch viele Jahre weiter die Fäden im Hintergrund unserer Abteilung ziehen wird. Da er das Ganze nun schon so viele Jahre lang macht und es keine Selbstverständlichkeit ist, ist es angebracht auch mal ein Dankeschön auszusprechen.
Danke DIR lieber Robert für all die Jahre die wir mit DIR bis hierhin gehen durften, wir hoffen es kommen noch viele weitere Jahre dazu. Danke für das was DU für uns tust, wohlgemerkt in Deiner Freizeit und was DU für uns erreicht hast.
Auch wenn hier und da mal ein „Danke“ zu wenig in Deine Richtung kommt, möchten wir das Du weißt, wie viel Du uns bedeutest. Bleib so wie Du bist und uns noch sehr lange erhalten.

Bisher gab es noch keine offizielle Verabschiedung von Dir und die muss leider auch noch warten. Denn wenn Du gehst, werden nicht nur 48 Leute dabei sein.

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